Rückfahrt

9. Juni 2017 § 5 Kommentare

Pläne sind das Eine, wie es dann kommt ist das Andere. Sag ich ja oft. Weil dies die Erfahrung zeigt. Sag ich auch jetzt.

Aus familiären Gründen musste ich gestern meinen ersten Teil der  „Buchalovs Freunde Tour 2017“ abbrechen und mich auf den Rückweg an den Niederrhein machen. Schade, schade, schade! Mist, Mist, Mist!

Aber wenn es so ist, dann ist es so. Vielen Dank Euch allen, die Ihr  mich bis hierhin begleitet habt.

 

etwas entdeckt

8. Juni 2017 § 2 Kommentare


Weener, der kleine Ort an der Ems, war ausgelutscht. Künstlerisch. Auch, was die eigenen Zeichnungen anbelangte, die ich dort erstellt hatte.

Also  bin ich erst einmal nach Bremerhaven gefahren – ohne Plan. Und ohne Plan wird dann irgendwann irgendetwas. In diesem Falle die „Kunsthalle“ Bremerhaven. Mein Leuchtturm Beuys war da, ebenso Luc Tuymanns, Blinky Palermo, Gregor Schneider, Stephan Balkenhol, Laurence Weiner. Und einige mehr. Alles klein, aber fein. Wirklich fein!

Aber dann habe ich Tatjana Doll gesehen. In der aktuellen Ausstellung der Kunsthalle. Endlich mal wieder eine Malerei, die mich traf. Mittig. Direkt. Spannend. Schräg. Gegen den Strich. Das inspirierte und bewegte.

Und beim Rausgehen sah ich dann noch dieses Buch von ihr, ihren „Neuen Weltatlas“. Den möchte ich noch haben. In der Kunsthalle bin ich noch über den Preis gestolpert und habe ihn nicht gekauft. Aber wir werden sehen.

es ist an der Zeit

7. Juni 2017 § Ein Kommentar

Es ist an der einige der Zeichnungen zu zeigen, die in den letzten Tagen bei meinem Aufenthalt in Weener auf der „BFT2017“ entstanden sind.

am Wochenende

6. Juni 2017 § 3 Kommentare

Ich bin immer wieder erstaunt wie lange ich es dann doch an einem Ort aushalte – obwohl ich ja jederzeit fahren könnte. Ich bin ja schließlich mobil. Ist es die Magie der Orte? Sind es die Menschen? Bin ich ein Schnellwurzler?

Pfingsten ist vorbei und das gab es auf der „Buchalovs Freunde Tour“ über diese Tage …

Die Friesenbruecke: 2015 wurde diese Eisenbahnklappbruecke über die Ems, einspurig und technisch etwas Besonderes, da hochklappbar und historisch, von einem Frachter gerammt und aus war es mit dieser kurzen Verbindung über die Ems. Jetzt ist es ein ramponiertes Industriedenkmal.

Die Probe an der Orgel: „ich möchte als Französin so spielen, dass die Deutschen  hören, dass ich eine Französin bin.“ Das waren die Worte, die ich hörte als ich die Kirche bei einem Rundgang durch den Ort betrat. Und danach kam die Probenarbeit als Orgelmusik. Ich bin lange geblieben.


Die Krähenklatsche: Rund um die Kirche baumeln diese Seile aus den Bäumen bis zum Boden, man zieht daran, und es klatscht laut im Geäst. Ein akustischer  Gruß von den Vorbeigehenden an die Krähen, damit sie beim Brüten gestört werden. Die Krähen scheinen hier eine Plage zu sein.


Die Glasmanufaktur: bei meinem ersten Kontakt war sie geschlossen. Beim zweitenmale dann offen und beherbergte einen großen Ausstellungstrakt in alten Ställen und eine riesige Werkstatt. Die hatte es mir besonders angetan. Was sich da über die Jahre an Material und unferigen Glasarbeiten angesammelt hatte, war schon beeindruckend. Das würde eingehend verklebt. Ich konnt die kreative Energie und die Arbeitsleistung spüren. Die Wirkung dieser Kuenstlerstätte auf die Region ist nicht unbedeutend.

Das Orgelkonzert zum Pfingstsonntag: die Schnitger-Orgel in der Georgs-Kirche von Weener zählt zu den weltbesten. Im Rahmen der internationalen Begegnung mit Organisten des Königlich dänischen Konservatoriums gab es dieses Konzert. Wie waren wenige. Die ersten Klänge der Orgel haben mich sehr berührt, ebenso das Praeludium in Moll“ von Dietrich Buxtehude. Ich schaute auf die Orgel, und sie auf mich. Beständigkeit und Flüchtigkeit habe ich gespürt, die Beständigkeit der Orgel aus dem 17. Jahrhundert und die Flüchtigkeit der gehörten Musik. „Schmücke Dich, o liebe Seele“ (Bach).

Die Hasenkabinett: s. meinen Blogbeitrag von Montag.

Die Zeichnungen: hier weitere Ergebnisse.

Hasenkabinett

5. Juni 2017 § Ein Kommentar

Das war schön. Das war sehr unterhaltsam. Und ich war umgeben von lieben Menschen. 

Eher durch Zufall habe ich Mariam Wilhelmina und ihr Hasenkabinett und ihre Blumenbilder als Hausausstellung in ihrem kleinen Haus am Alten Hafen in Weener in diesem Wust an Informationen über Weener gefunden. 


Und als ich sie dann am Sonntag besuchte  – sie hatte Nachmittags ihr Haus für alle Besucher bei Kaffee und Kuchen geöffnet – war es herzlich und offen und kommunikativ. Ihr gesamtes Haus ist ein Ausstellungsraum. Der Flur, ein kleines Zimmer, ihre Küche, das Wohnzimmer, die Terrasse: zu sehen sind in den Räumen ihre Blumenbilder, Hasenbilder von wem auch immer, zwei Regalschraenke voll mit Hasen, die sie von Freunden geschenkt bekommen hat, inclusive Bezüge zu Dürer und Beuys. Zusätzlich gab es Informationsmaterial und Broschüren zu Projekten, z.B.“typisch deutsch“, die sie mit anderen Künstlern hier in der Region realisiert hat. Und ich mittendrin mit ihr als Gastgeberin und anderen Gästen, die sich eben so wohl fühlten wie ich.

http://www.mariawilhelmina.com/hasenkabinett

soviel zu Plänen

2. Juni 2017 § 19 Kommentare


Der Plan von gestern war heute morgen der Plan von gestern. Es sollte weitergehen in Richtung Emden. Aber Bleiben war heute morgen angesagt – eine Bauchentscheidung, wenn es denn so etwas gibt. 

Und gefahren bin ich heute dann mit dem Fahrrad nach Leer. Und Leer, das war:

Der Antiqauariat Herr Hecht, dessen Buchhandlung ich in der Altstadt fand, der mich sogleich nach ganz hinten in den kleinen Raum mit Kunst führte, bei dem ich zwei Graikbände fuer meine Druckskizzenbuecher fand, der beim Preis mit sich handeln ließ, der mir genau erzählte, welche Bücher er wo, von wem und warum kauft und mit dem ich mich über die Psychlogie des Suchens in Kisten einig war.


Der Marinemaler Herr Kruse, ebenfalls in der Altstadt, der dort wie das dazugehörige Inventar vor seinem Atelier und Laden saß, bei dem ich Bilder und Modell der Fletcherklasse der Bundesmarine fand, die mich gedanklich zu den Lenkwaffenzerstören führte,  auf denen ich als Neunzehnjähriger ein Jahr auf der Suche nach dem großen Abenteuer gelebt habe, der mir im Gespräch zeigte wie klein die Welt ist, weil auch er Susanne Haun kennt, der aus eigener Erfahrung einiges zum Thema Netzwerkarbeit erzählen konnte, der politisch aneckt, ungewollt, dem ich von der „Buchalovs Tour“ erzählt habe und dem Sinn dahinter und der nun einen „Freund“ mehr im Internet hat. 


Diverse Kirchen in der Altstsdt, alle verschlossen, alle gewaltig, alle lutherisch und alle in Backstein und über die Jahrhunderte idylisch ins Stadtbild hineingewachsen.

Die „Kaffee-Rösterei Baum“ mit einem herrlichen Kaffee, einem Stück Rhabarbarkuchen auf Schmand und einem tollen Service. 


Der alte Hafen, Museumshafen, der Dich in seiner Nostalgie ansprang wie ein Schwarm großer Thunfische.

Und auf der Rückfahrt war da noch das „Kunstzentrum Coldach“, leider geschlossen, aber mit einer idyllischen Außenanlagen,  gespickt voll mit Glasarbeiten.

Von meinen Wohnmobilnachbarn aus Herne erzähle ich später, vielleicht.

der Mann mit Hut begleitet mich

2. Juni 2017 § 4 Kommentare

Und jetzt, wo die „Buchalovs Tour 2017, Teil 1“ beginnt, läuft mir schon zum dritten Male in den letzten Tagen Beuys über den Weg.

Im Feuilleton der „Zeit“ von letzter Woche: er reißt auf einem Bild mit der Spitzhacke kraftvoll die Erde auf, symbolisch, für seine „7 Eichen“.

In der Sendung „westart“ letztens,  als ein Film von Andres Veiel über ihn vorgestellt wurde.

Und dann in einem Bild, was weiß ich wo, da sitzt er, mit Goldbronze überzogen, in sich gesunken und erklärt, so glaube ich, einem Hasen, der auf seinen Knie liegt, die Welt.

Dann nehme ich das mal als Zeichen: auf dieser Tour bin ich gut aufgehoben, denn Beuys begleitet mich. Und der Mann auf den Kritzeleien oben, der ihm nicht ähnlich ist, der er aber sein könnte – bei viel Phantasie.